sonne und mond

Sonnenkind

mit dir Zeit zu verbringen ist eine Freude und Herausforderung.

Ich liebe deine inspirierende, sprudelnde Entdeckerkraft und Quirligkeit. Deine Präzision und die Leichtigkeit mit der du dich aus meiner Wahrnehmung heraus ausdrückst, dein Erleben mitteilst und für uns andere erfahrbar machst, ist wie ein inneres Feuer, um das wir uns jederzeit versammeln und wärmend teilhaben können.

Ich liebe deine antreibende, feurige Energie voller wundervoller, kreativer Ideen und deine Bereitschaft den Weg auch alleine und genauso zusammen zu gehen.

Ich bin unendlich dankbar für den Mut, uns immer wieder die Finger am inneren Feuer zu verbrennen und immer wieder zurück kommen, um das Feuer neu zu entfachen. Jedes Mal mit etwas weniger Furcht, mehr Klarheit, Licht, Weisheit und Liebe.

Es tut mir von ganzem Herzen wahrhaftig leid, wenn meine Aktionen und Reaktionen im Austausch dir weh tun.

Nachdem du gestern wieder ausgesprochen hast, wie du dich fühlst, wenn du mein Verhalten als unstimmig deutest, ist mir auf jeden Fall glasklar, dass eines nicht oft genug in Erinnerung gerufen werden kann:

Welche Absichten auch immer hinter unserem Verhalten stecken mögen, sei versichert, dass es mir nicht darum geht dich leiden zu lassen. Selbst wenn es manchmal so ist, dass wir uns gegenseitig verletzen.

Die Wirklichkeit jedes Einzelnen ist bis zu einem gewissen Grad wohl oder übel ein Mysterium für uns! Ein gigantischer Teil des gemeinsamen Miteinanders bleibt dem großen Mysterium des Nicht-Wissens vorbehalten.

Selbst wenn Absichten in einem Moment also boshaft sind, mit denen wir uns womöglich konfrontieren, so ist die Reaktion darauf wiederum entscheidend. Wir haben immer die Freiheit und genauso die Verantwortung, wie wir auf einander reagieren.

Im übertragenen Sinne erlebte ich unseren verbal ausgefochtenen Drehwurm-Moment, kurz vor meiner Abfahrt zum Beispiel in der Art:

Du sagst zu mir: “Hallo!! Ich greife dich hier gerade an! Hörst du mich eigentlich? Siehst du mich nicht, wie gefährlich ich bin? Spürst du nicht wie ich dir mein Messer an die Kehle setzte?”

Ich sage: “Messer? Angriff? Ja, ich sehe dich – aber ich sehe hier nichts, was mir weh tut. In meiner Wirklichkeit ist es so, dass dein Messer mir gerade keine Angst macht.”

Und was hilft besser gegen die Furcht vor verbalen Messer-Attacken als ein Lächeln oder Lachen um den Alp, der da den Raum betreten hat zu entwaffnen und wieder zu Vertreiben?

Immer wieder stoßen wir aneinander, stürzen in Drehwurm-Strudel, und verletzten uns dabei, weil wir unachtsam sind, so ist es nun einmal. Das ist okay.

Eines ist mir außerdem klar geworden, woran ich sowieso für mein und aller Wohlbefinden sehr interessiert bin: ich lege weiterhin besonderes “Ohrenmerk” darauf, mein Bestes zu geben im tiefen Zuhören.

Was ich tun kann, worauf ich vertraue und Lust habe zu vertiefen, ist meine Fähigkeit des annehmenden Zuhörens. Indem ich bei mir bleibe und bewusst möglichst absichtslos und offen aufnehme, was um mich herum geschieht.

Ebenso absichtslos und offen ist die Antwort auf die erlebte Wirklichkeit des Momentes. Im nächsten Augenblick kann eine Antwort völlig anders sein, da sie im Moment selber entsteht. Heute so und morgen womöglich anders.

Es ist natürlich eine große Unsicherheit nicht zu wissen. Nicht zu wissen, was kommt. Nicht zu wissen welche Art von Antwort wir erhalten werden.

Das ist Leben. Lass es uns genießen in der Fülle, mit allem was dazu gehört und miteinander teilen.

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir tief in uns drin sehr genau um diese Unsicherheit des Seins, die dazu gehört.

Warte nicht auf mich, Schwester. Ich bin bei dir.

Wir fürchten uns nicht davor, dass wir uns gegenseitig verletzten. Wir sind vollständig mit allen Fähigkeiten ausgestattet, die wir zum Leben, Sterben und Überleben brauchen.

Du hast meinen Segen und meine Liebe.

Mondenkind